Ist euch auch aufgefallen, dass es auf den Feldern immer weniger summt? Durch geringere Grünflächen und den vermehrten Gebrauch von Pestiziden und Insektiziden verlieren die heimischen Insektenarten immer mehr ihres natürlichen Lebensraums. Dies ist nicht nur problematisch für die Artenvielfalt sondern kann auch für die Menschen langfristig zu Problemen in der Nahrungsmittelproduktion führen. In den letzten Jahren haben immer mehr Menschen den Artenschutz in die eigene Hand genommen. Auf vielen Grünflächen entdeckt man mittlerweile Insektenhotels und sogar im Baumarkt kann man fertige Nisthilfen schon kaufen, die auch perfekt als Überwinterungshilfe dienen.

Falls ihr euer Können unter Beweis stellen und einen Beitrag für die Artenvielfalt in unser Stadt leisten wollt, seid ihr recht herzlich zu unserem DIY-Wettbewerb am 25. – 27. Juni 2021 eingeladen. Durch unser Nachhaltigkeitsprojekt „Kleine Schritte, Große Wirkung“ und die Unterstützung des Green Office der Technischen Universität Braunschweig, erhaltet ihr ein vorbereitetes Paket mit den grundlegenden Materialien für ein Wildbienenhotel, welches ihr im Team nach euren Vorstellungen und Ideen so um- oder ausbauen könnt, dass sich jede Wildbiene sofort wie zu Hause fühlen wird. Eure fertigen Ergebnisse werden einer Jury, sowie unserer Community via Instagram präsentiert, wo diese abstimmen können.

Das Gewinnerteam erwartet eine kostenlose Mitgliedschaft für ein halbes Jahr in unserem Makerspace und die Ausstellung des Wildbienenhotels auf dem Campus der Technischen Universität Braunschweig. Des Weiteren möchten wir eure Umsetzung gerne in einem DIY-Video auf unserem YouTube-Account des Protohaus Makerspace präsentieren, damit unsere Community für den Artenschutz in kleinen Schritten – aber mit umso größerer Wirkung inspiriert wird.

Ihr habt Lust mitzumachen? Dann könnt ihr euch hier anmelden!

Doch nicht jedes Insektenhotel ist wirklich als Nistplatz für Wildbienen geeignet: Manche schaden sogar eher der Artenvielfalt, als dass sie diese unterstützen.  Daher zeigen wir euch im heutigen Newsbeitrag was häufig gemachte Fehler beim Bau von Insektenhotels sind und wie ihr dem entgegensteuern könnt.

 

DON’Ts

1) Mauersteine!  

Dieses Füllmaterial sieht man immer wieder bei Bienenhotels, ist aber leider weniger hilfreich und reine Dekoration. Die Löcher in den Steinen sind zu groß, maximal sollten die Räume einen Durchmesser von 8-10 mm haben. Außerdem können die scharfen, unbearbeiteten Kanten die Flügel der Bienen verletzten – und das wollen wir nicht! Diese Hohlräume sollten also auf jeden Fall mit kleineren, ungefährlichen Röhrchen bestückt werden. Dafür benötigt man aber den Stein nicht unbedingt und kann auch direkt auf Röhrchenbündel zurückgreifen. 

2) Ahornzapfen und Stroh 

Darin nistet sich keine Biene ein, sondern vielleicht eher eine Spinne oder Tausendfüßler. Diese brauchen aber eigentlich keine Unterstützung, da sie in der Natur genügend Plätze finden. Daher nehmen diese Materialien in eurem Bienenhotel nur unnötig Platz weg. 

 3) Ungetrocknetes Holz oder Bohrungen ins Stirnholz

Warum? Wir wollen die Bienenflügel schützen. Bei Bohrungen im Stirnholz besteht eine größere Gefahr, dass die Bohrungen nach kurzer Zeit ausfasern – Die Biene kann sich also quasi einen Splitter holen, was bei den filigranen Flügeln richtig gefährlich werden kann. Meistens nutzen die Bienen daher diese Löcher gar nicht erst zum Nisten und euer Hotel bleibt unbewohnt.

 

DO’s

1) Gelagertes Hartholz

Geeignet sind vor allem Eichenholz, Buchenholz, Eschenholz, Edelhölzer und Obstbaumhölzer.  In dieses Hartholz können beispielsweise etwa 6-10 cm tiefe Löcher mit einem Holzbohrer gebohrt und danach abgeschliffen werden. 

Da es etwas schwierig sein kann, an ein geeignetes, mehrjährig gelagertes Holz zu kommen, gibt es im nächsten Punkt eine günstigere Alternative. 

2) Bambuszweige

Bambuszweige sind ein schnell nachwachsender Rohstoff. Manche Bambusarten wachsen zum Beispiel bis zu 50 cm am TAG. Daher sind sie im Handel günstig zu bekommen. Die Röhrchen sollten einen 2-8mm Durchmesser haben und gerne 15-20cm tief sein, damit die Biene mehr Brutzellen in dieselbe Röhre legen kann. Das bedeutet: Weniger Aufwand, schnelleres Erfolgserlebnis – lieben wir und die Bienen auch!  Falls sich in den Röhrchen noch Mark befindet, könnt ihr sie mit einem feinen Bohrer leeren und anschließend noch einmal mit einem Pfeiffenreiniger die Reste entfernen.  

3) Versiegeln 

Das Ende der Rohre muss verschlossen sein. Das kann man zum Beispiel mit Gips oder mit Lehm gemacht werden. Dafür kann Lehmpulver mit etwas Wasser verrührt werden und die Enden des Bambus werden mit Hilfe dieser cremigen Paste verschlossen. Profi-Tipp: Damit die Bambusröhrchen stabil und wetterfest in eurem Bienenhotel befestigt sind, könnt ihr diese mit Bindfaden bündeln und zusätzlich in einer gereinigten Konservendose stapeln. 

4) Wetterschutz 

Als Grundstock unseres Bienenhotels kann beispielsweise eine unbehandelte Holzkiste aus dem Bastelbedarf dienen. Diese wird mit Bio-Leinöl bestrichen, damit sie resistenter gegen Wettereinflüsse wird. Leinöl ist ein effektiver und günstiger Holzschutz und zu 100% natürlich. Der Geruch von künstlichen Lacken und Farben kann Insekten nämlich abschrecken. Nachdem das Öl etwa drei Tage lang getrocknet ist, könnt ihr euer Bienenhotel befüllen. 

Für einen zusätzlichen Regenschutz könnt ihr die Außenseite der Kiste noch mit Dachpappe ausstatten. Hängt euer Hotel aber auf jeden Fall an einem wettergeschützten Platz auf, damit es lange genutzt werden kann. 

5) Der perfekte Standort

Hierbei gilt: Je näher es dem natürlichen Lebensraum der Insekten ist, desto eher werden auch Wildbienen dort nisten. Daher solltet ihr darauf achten, es auf möglichst wildblühende Grünflächen zu stellen, damit die Bienen auch genügend Nahrung vor Ort finden.  Wenn zusätzlich eine Wasserstelle, ein Wind-und Regenschutz sowie Sand und Lehm als Material zum Eigenbau in der Nähe ist, steht dem Einzug nichts im Wege.

 

Und hat euch nun die Lust gepackt? Oder ich wollt noch weitere spannende Themen zum Thema Nachhaltigkeit kennenlernen und selbst aktiv werden? Dann schaut doch einfach auf unserem YouTube- Kanal oder auf Instagram (@protohaus) vorbei und lasst euch inspirieren.

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Dieses Projekt erfolgt in Kooperation mit dem Green Office der TU Braunschweig und wurde möglich gemacht durch die Deutsche Postcode Lotterie. Vielen Dank dafür!